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Geldfütterung

Vorschlag für ein Geldspiel

 

Die Geldfütterung

Person A gibt Person B zwei Fünfzig Euroscheine unter zwei Bedingungen

  1. die Hälfte an Person C weiterzugeben.
  2. Die Verwendung der ersten Hälfte zu dokumentieren und zu begründen

(Verlaufsdaten)

  1. Die Verwendung der zweiten Hälfte zu dokumentieren und zu begründen

Person C bekommt die gleiche Anweisung bezüglich Person D. Das Spiel endet, wenn die Schenkungssumme in der subjektiven Wahrnehmung der Spieler zu klein geworden ist.

Alle Spieler liefern ihre jeweiligen Verlaufsdaten an die gesamte Geberkette.

 

Dieses Spiel ist eine Chance zur Erprobung neuer Umgangsformen mit dem Medium Geld.

Wer spielt mit?

17.11.11 12:55, kommentieren

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95 Thesen wider den Kapitalismus

In der Tradition der Aufklärung und in Erinnerung an die Wittenberger Thesen Martin Luthers zur Ablasspraxis der katholischen Kirche beleuchten die 95 Thesen wider den Kapitalismus die Schattenseiten des Profitprinzips.

 

1.     Kapitalismus ist ein oligarchisches Herrschaftssystem

2.    Wenige Reiche kontrollieren die Ressourcen der Erde und die Medien.

3.    Sie verstecken sich hinter der anonymen Maske des Marktes.

4.    Ihre Interessen und Werte stehen über den Interessen und Werten aller anderen menschlichen Gruppen.

5.    Die Politik ist bloß ausführendes Organ der Kapitalinteressen.

6.    Wer gewählt wird, hat nichts zu entscheiden, und wer etwas zu entscheiden hat, wurde nicht gewählt.

7.    Zensur im Kapitalismus funktioniert nach dem Prinzip der Zuschüttung. Ein bisschen Wahrheit wird unter Müllhalden von Halbwahrheiten und Lügen versteckt.

8.    Kriege werden durch Waffenproduzenten und –Händler geschürt, Hungernöte billigend in Kauf genommen.

9.    Ein freier Markt zwischen den Welten des Reichtums und der Armut existiert nicht, weil jeder ernstzunehmende Markt von den großen Kapitaleignern zu ihren Gunsten manipuliert wird.

10.Staaten dienen vor allem dem Schutz der Reichen vor den Armen. Sozialgesetzgebungen sind Präventivmaßnahmen zur Verhinderung des sozialen Kriegs. Wenn die Reichen den Armen nicht helfen können, können eines Tages die Armen den Reichen nicht mehr helfen!"( J.F.Kennedy)

11.Im Kapitalismus gilt vor allen Gesetzgebungen das Recht des Stärkeren.

12.Kapitaleigner betrachten die jeweiligen nationalen Gesetzgebungen als mehr oder weniger günstige Rahmenbedingungen zur Kapitalvermehrung.

13.Gier und Skrupellosigkeit gelten im Kapitalismus als Voraussetzung für Erfolg.

14.Ihr Appetit ist bodenlos./ Sie fressen Gott und die Welt/Sie säen nicht./ Sie ernten bloß./Sie schwängern ihr eignes Geld.( E. Kästner)

15.Erfolgreiche Kapitalisten halten andere für böse und betrügerisch, sich selbst für gerecht.

16.Sie begreifen alles als knappe Ressource.

17.Sie haben keine Achtung vor alten Traditionen.

18.Die Erde bewirtschaften sie wie eine Schweinefarm

19.Menschen dienen ihnen nur als Objekte der Ausbeutung.

20.Unnütze Esser sollen ausgerottet werden.

21.Freie Naturflächen sollen dezimiert werden.

22.Technologische Innovationen sollen sich nur durchsetzen, wenn sie mit Kapitalinteressen vereinbar sind.

23.Freiheit im Kapitalismus meint vor allem die Freiheit des Kapitals, sich dorthin zu bewegen, wo es sich optimal vermehren kann.

24.Menschen aus Fleisch und Blut sind im Vergleich zum Kapital immobil und unfrei.

25.Wer sich zum Kapitalismus bekennt, glaubt ihn in der menschlichen Natur begründet und hält ihn für die immer überlegene Wirtschaftsweise.

26.Die menschliche Natur lasse das Gute durch das Böse sich entfalten, das Böse durch das Gute, den Gemeinnutz durch den Eigennutz, den Eigennutz durch den Gemeinnutz.

27.Der Mensche als moralisches und soziales Wesen wird verleugnet.

28.Wirtschaftliche Gewinne im Kapitalismus werden überwiegend privatisiert, Kosten und Verluste überwiegend sozialisiert.

29.Das ist die praktische Umsetzung des Satzes, wonach die egoistische Gier das Gemeinwohl befördert.

30.Tatsächlich bewirken gute Absichten in der Regel Gutes und böse Absichten in der Regel Schlechtes. mal Schlechtes.

31.Wer sich zum Kapitalismus bekennt, hält das Ende der Geschichte für erreicht.

32.Tatsächlich ist der Kapitalismus eine von Menschen entwickelte Wirtschaftsweise und damit auch von Menschen überwindbar.

33.               Sie hat sich über einen Zeitraum von ca. 500 Jahren zunächst in Teilgebieten entwickelt und ist die derzeit dominante Wirtschaftsweise auf dem Planeten Erde.

34.               Ohne gegenüber früheren Wirtschaftsweisen erhebliche Vorteile für eine erhebliche Zahl von Menschen zu bringen, hätte es der Kapitalismus weltgeschichtlich niemals so weit gebracht.

35.Der Gewinn einer wirtschaftlichen Unternehmung wird im Kapitalismus quantitativ als Profit definiert.

36.Das Streben nach Profit ist in sich maßlos und kennt keine moralischen Schranken.

37.Eingeschränkt ist das Profitprinzip lediglich in seinem beschränkten und ärmlichen Verständnis des menschlichen Reichtums.

38.Menschlicher Reichtum umfasst neben geldwerten Ausstattungen subjektive psychosoziale Befindlichkeiten, vielseitige persönliche Entfaltung, befriedete Gesellschaften durch Ausgleich zwischen Arm und Reich und intakte Habitate.

39.Der  Reichtum der Kulturen und Individuen, soweit er sich nicht in Geld ausdrücken lässt, wird entwertet.

40.Geldlicher Reichtum und menschlicher Reichtum gehen nicht Hand in Hand.

41.Ein reicher Mann ist oft nur ein armer Mann mit sehr viel Geld. ( Aristoteles Onassis)

42.Kapitaleigner müssen als Begleiterscheinung ihres Kapitalbesitzes in Kauf nehmen, dass sie in ihrer sozialen Umgebung statt als Menschen nur noch als menschliche Anhängsel ihres Kapitals wahrgenommen werden.

43.Reichtum ohne Lebensfreude ist eine größere Qual als Armut mit Lebensfreude.

44.Freiwillig das Streben nach Profit zu begrenzen, kann das persönliche Wohlergehen steigern.

45.Weitsichtige Kapitaleigner stellen das ihr Kapital schon zu Lebzeiten gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung. um der Schande zu entgehen, als reicher Mensch zu sterben (nach Andrew Carnegie: Bible of wealth).

46.Viel Geld verursacht oft mehr Probleme als es zu lösen vermag.

47.Nicht nur der Arme leidet unter Mangel an Selbstwert aufgrund seines Mangels an Geld.

48.Beim Reichen manifestiert sich das schwache Selbstwertgefühl als Sucht nach Statussymbolen.

49.Wohlstand wird vornehmlich als Teilhabe am Konsum begriffen. Konsumieren ist eine kapitalistische Kulthandlung, bei der es um das „Sich-Leisten“ von Angeboten geht.

50.Der allgemeine Kaufzwang erscheint in Form unzähliger Angebote.

51.Die Menschen verbringen große Teile ihres Lebens mit der Suche nach passenden Objekten.

52.Ware und Geld, Fetische voller „metaphysischer Spitzfindigkeiten und theologischer Mucken“ (Marx) füllen den Sinn ihres Lebens aus.

53.Wohlstand im Kapitalismus wird über das Bruttoinlandsprodukt gemessen, das Schäden aus Krankheiten, Kriegen und Katastrophen als Gewinne verzeichnet, weil ihre Regulierung Umsätze schafft.

54.Jeder Erzeuger von Waren ist bei Strafe des Untergangs dazu verpflichtet, das Verfallsdatum seiner Ware zu kontrollieren. Qualität hat keine Chance.

55.Diese geplante Obsoleszenz verursacht einen immensen Ressourcenverbrauch, dem kein realer Gebrauchsnutzen gegenübersteht. Die Märkte quellen über vor Müll-Waren.

56.Die Erzeuger werden im Kapitalismus stets zugunsten der Händler benachteiligt, die Besitzer von Produktionsmitteln zugunsten der Kapitaleigner.

57.Im Namen des Wohlstands erfolgt eine Universalisierung des Mangels.

58.Solange die kapitalistische Wirtschaftsweise den materiellen Wohlstand einer Bevölkerung mehrt, wird die damit verbundene Ungerechtigkeit und Gesetzlosigkeit von den Bevölkerungen hingenommen.

59.In übersättigten Märkten werden systematisch künstliche Bedürfnisse erzeugt, von deren Befriedigung vor allem die herrschende Kapitaloligarchie profitiert.

60.Menschen sind ökonomisch nützlich, wenn sie ihr Unglück mit Konsum betäuben.

61.Das so genannte Gesundheitssystem dient neben der Behandlung von Krankheiten deren Chronifizierung und Erzeugung.

62.Wenn Gesundheit zur Ware wird, wird Krankheit zum Rohstoff.

63.Seit Beginn des neuen Jahrtausends jagt eine Krise jagt die nächste – Umwelt, Wirtschaft, Sicherheit, Klima, Ernährung, Finanzen.

64.Viele kleine Krisen können sich zu einer großen Krise bündeln, die den Übergang zu einer postkapitalistischen Wirtschaftsweise einleitet.

65.Krise und Katastrophe sind der Normalzustand in einer Gesellschaft, in der Krisen und Katastrophen als alternativlos gelten.

66.Die in der kapitalistischen Materialwirtschaft sich bietenden Profitgelegenheiten sind nach kapitalistischer Vermehrungslogik  begrenzt, da der Umweg über die materielle Produktion stets reale Risiken birgt, die den Profit zu schmälern drohen.

67.Mit der bloßen Aussicht auf Profit zu handeln, erscheint dagegen viel versprechender.

68.In den Transaktionen auf den Finanzmärkten erscheint das Prinzip des Geld heckenden Geldes in seiner reinster Form als bloße Wette auf realwirtschaftliche Ereignisse der Zukunft.

69.Der Finanzkapitalismus ist die Anwendung der Kapitallogik auf sich selbst, indem Kapital sich verwertet durch Wetten auf Annahmen über künftige Verwertungen.

70.Der Finanzkapitalismus hat aufgrund der ihm innewohnenden Vermehrungslogik eine ständig wachsende Geldblase erzeugt, deren Menge derzeit um das 10-20 fache größer ist als das in der Realwirtschaft kursierende Geldvolumen.

71.Dieses Volumen, da profithungrig, gebiert ständig Ungeheuer in Gestalt neuer Geldvolumen, die in immer groteskeren Verhältnis zur realwirtschaftlichen Wertschöpfung stehen.

72.Geldschöpfung im Kapitalismus ist überwiegend eine private Sache. Geld wird durch die Geschäftsbanken nahezu unbegrenzt aus dem „Nichts“ geschöpft.

73.Die unregulierten Finanzmärkte sind inhärent instabil, grenzenlose Gewinnmaximierung führt ins wirtschaftliche Chaos.

74.Die realwirtschaftlichen Verläufe erscheinen in den Finanzmarkttransaktionen prinzipiell vorweggenommen und damit beherrschbar.

75.Die Realwirtschaft erscheint als Unterabteilung einer Finanzwirtschaft, in der die Phantasie eines Geschäfts das reale Geschäft quantitativ in den Schatten stellt.

76.Damit wird der hochstaplerische Charakter der einseitigen Profitausrichtung im Kapitalismus offenbar.

77.Die Maximierung des Profitprinzips erfolgt über die Ausweitung des Kreditvolumens, mit dem Spekulation auf Finanzprodukte betrieben wird. Solange Banken über die Kreditausweitung staatlicherseits private Geldschöpfung betreiben dürfen, werden sie nicht davon ablassen – selbst bei Strafe ihres Untergangs.

78.Geldschöpfungen ohne reale Wertschöpfungen sind ebenso wenig auf Dauer funktionsfähig wie Kettenbriefe.

79.Unter dem Schein der Berechenbarkeit wächst die Macht des plötzlichen Zufalls, die Möglichkeit eines plötzlichen und unvorhersehbaren Totalereignisses. Ungewissheit wird arkanhaft (Josef Vogl)

80.Menschliche Gesellschaften können nur gedeihen in einer Wirtschaftsform, die den meisten ihrer Angehörigen als sinnvolle und gerechte Wirtschaftsordnung erscheint. Mit der Gerechtigkeit steht und fällt jedes Gemeinwesen (Adam Smith)

81.Der Kapitalismus kann nicht abgeschafft werden, er kann sich nur selbst abschaffen durch freiwillige und unfreiwillige Entzauberung seiner Wirkungen. Wir brauchen noch viele kleine Jungs und Mädchen, die bezeugen, dass der Kaiser nackt ist ( Thomas Kuczynski)

82.Da der Wert des kapitalistischen Geldes durch Schulden gedeckt ist und diese nur in der Zukunft abgearbeitet werden können, kann der Kapitalismus nur als Anleihenwirtschaft auf eine im Sinne der Verwertungslogik positiv imaginierte Zukunft funktionieren.

83.Die positive Imagination speist sich aus geschichtlichen Erfahrungen im Umgang mit der systemimmanenten Krisenhaftigkeit.

84.Da wir bisher alle Krisen durchstanden haben, werden wir auch diese und die nächste durchstehen, lautet der allgemeine Glaube.

85.Bricht die positive Imagination zusammen, kollabiert der Kapitalismus.

86.Der asiatische Staat Bhutan hat ein nicht wachstumsorientiertes Wirtschaftsmodell in seiner Verfassung verankert.

87.In einer zukünftigen postkapitalistischen Wirtschaftsweise wird die enge Definition von Gewinn als Profit überwunden.

88.Gewinn wird ganzheitlich und nachhaltig definiert als Verbesserung subjektiver Befindlichkeiten einer größtmöglichen Zahl von lebendigen Wesen der Gegenwart und Zukunft.

89.Statt besinnungslosen Wachstums des Profits gilt es auch seine bewusste Schrumpfung in Kauf zu nehmen.

90.Weniger Warenproduktion unter Anhebung aller anderen menschlichen Reichtumsqualitäten steigert die Lebensqualität im planetaren Habitat.

91.So wie heute Praktiken wie Korruption, Prostitution, Diskriminierung, Tierquälerei, Umweltschädigung etc. in Unternehmen zunehmend geächtet sind, kann bald die geschäftliche Anwendung der Skrupellosigkeit in Bann fallen und Gier als schädliches Sozialprinzip allgemein geächtet werden.

92.Geschäfte dürfen dann nur noch getätigt werden, wenn beide Seiten sich vorab vertraglich auf eine Win-Win-Kooperation unter ausdrücklichem Verzicht auf das Prinzip des Stärkeren einigten.

93.Anstelle des bisherigen Kreditvertrags auf der Grundlage des Rechts des Stärkeren  tritt dann eine gleichberechtigte geschäftliche Kooperation von Geldgeber und Geldnehmer.

94.Die Wirtschaftsweise der Zukunft fördert menschliche Kooperation und lässt den Wettbewerb fortbestehen.

95.Sie verwandelt herrschendes Kapital in dienendes.

1 Kommentar 17.11.11 11:22, kommentieren